Am seidenen Faden
Carmen Loger

Carmen Loger - Am seidenen Faden

Federn, Seidenfaden, Spruchband

Weitere Exponate 
Schutz | Friedensengel | Verregneter Tag | Blaues Licht | Zerrissen | Tanzend
Aufwärts | Torso (grau) | Gegenlicht | Torso II | Torso III | gespannt | versteckt

 

 
Carmen Loger

Carmen Loger
Künstlerin
Dipl. Designerin
Erzieherin

„Carmen Loger führt in die Nähe, zum Körper hin. Jede Distanz ist aufgehoben. Der Blick ins Nächstliegende ist jedoch kein Blick ins Offensichtliche. Nähe ist nicht Gemütlichkeit. Nähe kann kompliziert, verwirrend, verstörend, verwundend und verwundbar sein. Das Nahe, das Persönliche, ist nicht eindeutig. Die Themen von Carmen Loger reichen ins unmittelbar Eigene und Intime hinein ....... Hier und da deutet etwas Filzvlies Verhüllung an, Filz ganz untypisch und federleicht als Flaum, er sei da „wie Elfenhaar“.
Filz ist ein archaisches, vielgestaltiges Material. Von der Zartheit des Flaums bis zum brettharten leicht fettigen Schichtenaufbau zeigt es die verschiedenartigsten Konsistenzen. Es schützt, weckt aber auch Assoziationen an dumpfe Nässe, graue Wollmäuse und unentwirrbare, undurchdringliche Verstrickungen. Filz ist abweisend und zugleich festhaltend. Filz wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts verwandt, um Gold anzureichern. Das Wasser goldführender Flüsse wurde über Filz geleitet, in dessen Haarstruktur die schweren Goldkörnchen sich verfingen. So verwandelte sich der Filz in ein goldenes Vlies. In den letzten Arbeiten Carmen Logers verselbständigt sich Filz als Material, läßt alle Alltags- Assoziationen an nasse Wollsachen abperlen, erzählt farbige Geschichten, wird schließlich plastisch und selbst körperlich und menschenverwandt.
Carmen Loger liebt es, von ihren Arbeitsgängen mit dem haarigen, störrischen Material zu erzählen, von Tasterlebnissen mit geschlossenen Augen. Daher findet sie es konsequent, den Besucherinnen und Besuchern dieser Ausstellung das ungewöhnliche Recht einzuräumen, ihre Filzobjekte nicht nur mit den Augen, sondern auch vorsichtig, bei geschlossenen Lidern, mit den Fingerkuppen zu erkunden“.

(Ausschnitt einer Einführung zur Ausstellung NACH EIGENEN REGELN im ZET,
Rede von Dr. Mins Minssen, 2004)

Vita
Studium der Malerei von 1971 - 1977 an der Fachhochschule Kiel, Fachbereich Gestaltung bei Winfried Zimmermann und Harald Duwe und Ekkehard Thieme. Nach dem Diplom Aufbau und Leitung einer privaten Galerie in Kiel bis 1983. Mitbegründerin der Künstlergruppe Opossum - Beschäftigung mit experimenteller Malerei, Fotografie, Videos und Musik.
Arbeit als Grafikerin beim Wandernden Museum, Universität Kiel. Als Designerin beim Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN), Universität Kiel, zuständig für Design und Gesamtorganisation einer Ausstellung zum INSEA - Weltkongreß der Kunsterzieher, CCH Hamburg. Museumspädagogisches Projekt in der Kunsthalle zu Kiel mit Dr. Mins Minssen zum Thema "Duft", es entstehen erstmals Objekte zum Anfassen und Mitgestalten.
Seit mehreren Jahren künstlerische und kreativitätsfördernde Aktionen und Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Künstlerische Ausdrucksmittel sind Grafik, Malerei, Fotografie, Textilkunst sowie Mischformen verschiedener Techniken.
Diverse Einzel - und Gruppenausstellungen, u. a. Landesschauen, Frauensommer - Berlin, Rausch und Realität - Universitätsbibliothek Kiel, Galerie Kruse - Flensburg, Zentrum für Energie und Technik (ZET) - Rendsburg, Innovationszentrum Lübeck (IZL). Arbeiten in privatem und öffentlichem Besitz.

Werkbeispiele
Loger - Beispiel 1 Loger - Beispiel 2 Loger - Beispiel 3

nach oben